Gründe und Voraussetzungen

Gründe für eine intensivpädagogische Auslandsmaßnahme

Es geht dabei vorrangig um Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsenen, die aus unterschiedlichen Gründen Bindungsstörungen aufweisen oder bei denen eine qualitative Beeinträchtigung in gegenseitiger Interaktion und in ihren Kommunikationsmustern festgestellt wurde.

Intensivpädagogische Auslandsmaßnahmen stehen nicht in Konkurrenz zu anderen sozialpädagogischen Maßnahmen. Ihre Bedeutung und Legitimation entfalten sie dann, wenn die klassischen Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe nicht mehr erfolgversprechend sind. Sie sind deshalb nicht als Alternative zu Jugendhilfemaßnahmen zu sehen, sondern als ein zusätzlicher vielversprechender Weg.

Folgende Gründe machen eine intensivpädagogische Auslandsmaßnahme sozialpädagogisch aus Sicht von CAIPERA, LDA anwendbar:

– Scheitern der niedrigschwelligen Angebote
– Verhaltenscharakteristik und Persönlichkeit
– Selbst- und/oder Fremdschädigung
– Konsens bei den Verantwortlichen, einschließlich der Jugendlichen

Voraussetzungen

Alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren können nur dann über einen längeren Zeitraum in Portugal bleiben, nachdem ein Antrag „Brüssel II a“ gestellt ist. Das Genehmigungsverfahren läuft in drei Phasen ab.

Antragsstellung:

Das Genehmigungsverfahren für den Aufenthalt der Jugendlichen dauert in der Regel von 3 Monaten bis zu einem Jahr.

Bewilligung und Übergang:

Für eine zeitnahe Aufnahme von Kindern und Jugendlichen in das Projekt „RESET Portugal“ kann in dieser Bewilligungsphase bis zur Bestätigung des Antrages der Aufenthalt z. B. als Orientierungsphase (Clearing) genutzt werden. Damit wird sofort ein offiziell statthafter Aufenthalt von 90 Tagen ermöglicht. Durch diese Orientierungsphase wird den Kindern und Jugendlichen eine Neuorientierung und Ruhepause angeboten, in der sie sich unter Anleitung intensiv mit den Gründen einer einschneidenden zeitlich-räumlichen Trennung und Distanz zu seinem Herkunftsmilieu auseinandersetzen können. Kinder und Jugendliche gewinnen in dieser Situation Abstand und können motiviert in die neue Hilfe starten.

Bestätigung:

Die Bewilligungsphase endet erst, wenn der Antrag „Brüssel II a“ genehmigt ist. Die gemeldete Betreuungsstelle wird vom lokalen Amt in Portugal geprüft und dem zuständigen Finanzamt sowie der Gemeinde gemeldet.